Ingenieurswissenschaften und Informatik

Ingenieurswissenschaften und Informatik sind nur auf den ersten Blick Disziplinen, die wenig miteinander zu tun haben. Beim zweiten Blick zeigen sich nicht nur eine Reihe von Verbindungsmöglichkeiten, sondern sogar Überschneidungen.

Der Studiengang Ingenieurinformatik führt beide Fachrichtungen zu einer einzigen zusammen. Ingenieurinformatik kann sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen studiert werden und vereint Informatik mit Elektro- und Verfahrenstechnik, Maschinenbau und Systemtechnik. Je nach Ausrichtung und Angebot der Hochschule können im Studium verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden, u.a. in den Bereichen Softwaretechnik, Mechatronik, Bautechnik, medizinische Informatik, Neuroinformatik oder Telekommunikation. So soll eine optimale Verbindung zwischen Ingenieurswissenschaften, Informationstechnologie und Mathematik hergestellt werden.
Die Berufsperspektiven sind vielfältig und basieren auf den im Studium gesetzten Vertiefungen. So können AbsolventInnen z.B. in der Chemie- und Elektrotechnik arbeiten oder in der Luft- und Raumraumfahrttechnik, in der Kraftfahrzeugtechnik, Navigationstechnik, Messtechnik, Medizintechnik oder Robotik. Aber auch Beschäftigung im Bereich Umwelttechnik oder Medientechnik genauso wie in Mathematik und Kommunikationstechnik sind möglich. Tätigkeiten reichen von der Entwicklung, Anwendung und Programmierung über Beratung, Lehre und Forschung. Dabei richten sich die Beschäftigungs- und Verdienstmöglichkeiten nicht nur nach der Schwerpunktsetzung, sondern ebenso danach, ob AbsolventInnen ihr Studium mit einem Bachelor oder Master abgeschlossen haben.
Die Bezeichnung Ingenieurinformatik ist nur an einigen Hochschulen geläufig, an anderen wird das Studium, je nach Ausrichtung, unter den Namen Technische Informatik, Bauinformatik, Computer (Systems) Engineering oder Computational Engineering (Science) angeboten. Zudem gibt es postgraduale Studiengänge, welche sich direkt an InformatikerInnen und IngenieurInnen richten, die sich im jeweils anderen Fach qualifizieren wollen.
Diese Vielfalt zeigt, dass das Ausbildungsangebot auch auf veränderte Bedingungen der Arbeitswelt reagiert: Waren Ingenieure und Informatiker früher in getrennten Bereichen beschäftigt, überschneiden sich die Bereiche mit der voranschreitenden technischen Entwicklung immer stärker. Die Trennung von Konstruktion und Steuerung, Programmierung und Installation ist häufig nicht mehr möglich, MitarbeiterInnen müssen in allen vier Arbeitsfeldern ausgebildet sein. Natürlich richten sich die geforderten Kompetenzen dabei immer nach der Ausrichtung des jeweiligen Arbeitsplatzes, in einigen Fällen sind verstärkt Kenntnisse der Informatik gefordert, in anderen liegt der Schwerpunkt auf Elektrotechnik. Aus diesem Grund können auch AbsolventInnen der eigenständigen Studiengänge Mechatronik, Maschinenbau oder Technomathematik die Schnittstellen zwischen Informatik und Ingenieurswissenschaften ausfüllen. Häufig entsteht dann eine Zusammenarbeit mit Ingenieuren, etwa bei der Regelungs- und Automatisierungstechnik elektronischer Anzeigetafeln oder im öffentlichen Nahverkehr.

Generell gilt, dass insbesondere AbsolventInnen der folgenden Fächer für eine verbindende Tätigkeit zwischen Informatik und Ingenieurswissenschaften geeignet sind: Elektrotechnik, Mechatronik, Maschinenbau, Informatik, Ingenieurinformatik, Informatik-Ingenieurswesen, Technische Informatik

Stellengesuche werden insbesondere mit den folgenden Bezeichnungen ausgeschrieben: IngenieurinformatikerInnen, InformatikingenieurInnen, Technische InformatikerInnen, IngenieurInnen für Informationsverarbeitung.